Welcher "Versenkungsweg" wird hier gegangen?

Es geht um einen kontemplativen Weg, der ohne Gedanken, ohne Bilder, ohne Form und Vorstellung auskommt, der nicht mit den Gemütskräften arbeitet, sondern tiefere Schichten ansprechen möchte. Wege, die uns vom Oberflächenbewusstsein in die Tiefe weisen wollen. Eine Sammlung aus aller Zerstreuung des aktiven Lebens, hörend, hineinlauschend, um die Stille des Herzens zu erfahren.

Kontemplation:
Das Wort Kontemplation (lat. "contemplare") bedeutet so viel wie schauen und betrachten. Das Schauen und Hören in Aufmerksamkeit sowie das Wahrnehmen mit allen Sinnen wird im stillen und wachen Sitzen eingeübt. Dieses Einlassen ist ein spiritueller Weg. Ein Weg des hörenden Schweigens - von Bewusstseinseinigung und Bewusstseinsleerung - steht in der Tradition der Wüstenväter, der orthodoxen Mönchstradition und den Erfahrungen der verschiedenen (christlichen) Mystikern durch all die Jahrhunderte hindurch.

Zazen:
Die aus dem 6. Jahrhundert stammende Schule des Zen-Buddismus hat diesen kontemplativen "Weg ohne Weg" entwickelt und aus der monastischen Tradition heraus sekularisiert und allen Menschen zugänglich gemacht. Es ist ein Geschenk des Ostens an den Westen. Das Zazen bzw. meditieren folgt der Atemübung im "Nur-da-Sitzen in Versunkenheit" dem sog. Shikan-ta-za. Es ist ein Weg, um "sich selbst zu erforschen".

Meditieren heißt (nach Sogyal Rinpoche), dem unruhigen Geist Heimat zu geben im eigenen Atem oder (nach Pema Chödrön) ist es nicht die Idee, beim Meditieren etwas loswerden zu wollen, sondern damit Freundschaft zu schließen.
Der Zen-Weg ist schon eine über Jahrhunderte erprobter Erfahrungsweg, der auch heute weltweit mit unzähligen Menschen und spirituellen Wegen verbindet und ein eigenes Energie- und Kraftfeld aufbaut.
Es geht um das Hineinwachsen in den "Gleichmut und die Ausgeglichenheit", nicht Gleichgültigkeit ist das Ziel dieser Praxis.

Zazen (nach Ama Samy) bedeutet:

"Dass du damit aufhörst, vor dir davonzulaufen.
Sei einfach und lasse sein.
Lass dich ganz da sein und nimm alle deine Seiten an.
Gleich ob die Dunklen und Negativen oder die Hellen und Positiven.
Was auch immer in dein Bewusstsein eindringt,
nimm es wahr,
lass es da sein,
lass es los
und fahre fort mit der Übung."
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